Vorwort von Marie-Christin Winkler
Schwerpunktheft "Homosexualität - (k)ein
Thema in der Jugendhilfe" der
Zeitschrift "Hessische Jugend", April 2004 Deutschland
aufgeschlossen Vaterland! Da diskutiert die Nation über
die Bisexualität des beinahe Dschungelkönigs Daniel Küblböck,
der Berliner Oberbürgermeister ist mit seinem geflügelten Wort
in aller Munde und das Popduo Tatu aus Russland macht aus seiner vermeintlichen
Homosexualität einen PR-Gag während des sonst so gediegenen
Grand Prix d`Eurovision. All das kommt grad ziemlich gut an.
Aber wie sieht es jenseits von Glamour und Medienwelt aus, wenn gerade
kein CSD ist und nicht alles rosarot scheint? Morgens um zehn Uhr in
Deutschland: In der Schule, auf der Arbeit, in der Familie, der Jugendgruppe,
im Freundeskreis.
Wie leben junge Schwule und Lesben ihren Alltag? Pädagogisch formuliert
heißt das, wie etabliere ich sexuelle Orientierung als Thema in
der Jugendarbeit und anderswo?
Das fragten wir den Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium,
Gerd Krämer, der mit der Etablierung dieser Schwerpunktsetzung in
einem der Referate seines Hauses neue Wege geht. Praktisch untermauert
wird dies durch die pädagogischen Ausführungen von Jürgen
Esch, Mitarbeiter der Aidshilfe Frankfurt und externer Berater des Referatsbereichs
für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Hessischen Sozialministerium.
Elke Kress und Bettina Hendler, beide in Einrichtungen tätig, die
gezielt Bildungsarbeit für und mit lesbischen bzw. homosexuellen
Jugendlichen machen, berichten von ihrem pädagogischen Ansatz und
der praktischen Arbeit.
Und natürlich haben wir uns auch in den Jugendverbänden umgeschaut:
Kai Denker stellt uns der ersten schwul-lesbischen Jugendverband Hessens
vor und Thomas Wille und Reiner Schulz beleuchten die Arbeit der Feuerwehr
Gays, die sich innerhalb der traditionellen Strukturen der Jugendfeuerwehr
gegründet hat.
Wir haben mit dieser Ausgabe der Hessischen Jugend einen durchaus persönlichen
Ansatz gewählt. Dafür steht nicht zuletzt der schwule Radiomoderator
Matthias Münch, der uns einfach von sich erzählt. Aber nicht
nur Matthias Münch, auch die anderen Autoren und Autorinnen haben
diesen persönlichen Zugang zum Thema gewählt. Und auch das
macht diese Ausgabe der Hessischen Jugend so spannend und lesenswert.
Mit der ersten Ausgabe 2004 wollen wir zeigen, wie vielfältig und
bunt die schwul-lesbische Jugendlandschaft in Hessen ist. Wenig Klischee,
viel Substanz.
Wäre es nicht so abgedroschen, ich würde schreiben "und
das ist auch gut so!"
Weiterführende Links:
LIBS e.V. - LesbenInformations und Beratungsstelle
Bildungswerk pro familia
our generation
Frankfurt - SchwuLesBische Jugendgruppe Frankfurt am Main
Feuerwehr Gays - Arbeitskreis schwuler Feuerwehrleute
AIDSHilfe Frankfurt
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